Projekte

bildkulturen konkreter natur

Bilder als kognitive und repräsentative Instrumente sind nicht erst in der aktuellen Forschung der Ökologie prominent. Wissenschaftliche Natur-Bilder prägen seit Beginn der wissenschaftlichen Disziplinierung auch wesentlich unsere Vorstellungen von Natur. Die Wahrnehmung dieser konkreten Natur, die wir mit bloßem Auge sehen können, ist untrennbar mit wissenschaftlichen Repräsentationsformen verwoben. In diesem Sinne ist auch die konkrete Natur eine konstruierte Natur, die wir durch bestimmte Konzepte in den Blick nehmen. Die jüngeren Debatten um die Suche und Festlegung von Leitbildern bei der Restaurierung von Bergbaufolgeschäden, die Kontroversen im Naturschutz oder die historisch schon weiter zurückliegende Überbevölkerungsdebatte bezeugen dies. Umgekehrt finden sich in der Ökologie die gesellschaftlichen Verhandlungsprozesse in der Justierung des Verhältnisses von Kultur und Natur wieder. Alle diese Auseinandersetzungen spiegeln sich auch in der Bildsprache der Ökologie und der gesellschaftlichen Rezeption ökologischer Forschung. Beispiele dafür sind die Bildikone vom blauen Planeten, die Bevölkerungswachstumskurve im Bericht des Club of Rome, Bilder von harmonisch proportionierten Biotopen und Landschaften, oder eher beunruhigende Bilder von durch die Industrialisierung bedrohten Wäldern, mit kahlen oder nur noch wenig benadelten Bäumen. Vor diesem Hintergrund kann ökologische Forschung auch als Kartierungsprogramm von Naturvorstellungen gelesen werden. Die Hauptthese des Projektes ist entsprechend, dass je nach historischem, kulturellem und methodischem Kontext unterschiedliche Naturbilder generiert und verteidigt werden. Diese Abhängigkeit soll mit Hilfe der neuen Medien sichtbar gemacht werden.

EU-Projekt Nanocap

Das Projekt „Nanocap“ befasst sich mit den möglichen Risken der Nanotechnologie.

Zentrales Anliegen ist die Aufarbeitung, Darstellung und Verbreitung von Wissen über Nanotechnologien in Gewerkschaften und Umweltorganisationen.

Die TUD ist verantwortlich für die Vermittlung der ethischen und wissenschaftsphilosophischen Aspekte (Projektleiter Alfred Nordmann, Geschäftsführerin Astrid Schwarz, Mitarbeiter Stefan Gammel).

Das Projekt begann im September 2006 und wird bis August 2009 laufen. Koordinator ist das Institut IVAM der Universität Amsterdam (IVAM steht für „Forschung und Beratung für eine nachhaltige Gesellschaft“).

Im September 2008 findet die vierte Arbeitstagung des Projektes in Darmstadt statt. Weitere Informationen hierzu unter Aktuelles auf der Institutsseite.

NanoCap is a European project that is set up to deepen the understanding of environmental, occupational health and safety risks and ethical aspects of nanotechnology. Therefore a structured discussion is organised between environmental NGOs, trade unions, academic researchers and other stakeholders. NanoCap is the acronym for “Nanotechnology Capacity Building NGOs”.

This project will enable environmental NGOs and trade unions to participate in a debate on nanotechnology at European level. It will improve their understanding of this new technological field, and it will give them the opportunity to formulate their positions within their actual policy context supported by scientific input, to inform their members and the general public and to discuss the issues.

Handbook of Ecological Concepts (HOEK)

Das HOEK ist ein Forschungs- und Editionsprojekt. Es leistet sowohl einen Beitrag zur ökologischen Forschung wie zur Forschung über Ökologie, die Umweltforschung allgemein. Wissenschaftsphilosophie, Begriffsgeschichte und Wissenschaftsgeschichte sind hier ebenso involviert wie die Ökologie, die Umweltwissenschaften oder auch der naturwissenschaftliche Naturschutz.

Mit Blick auf das breite Leserspektrum und auch aus systematischen Gründen weist jeder Eintrag die gleiche Struktur auf. In zunehmendem Detailreichtum und perspektivischer Ausdifferenzierung wird der entsprechende Begriff, im ersten Band ist dies „Ökologie“, von verschiedenen Autoren in mehreren Kapiteln diskutiert. Diese Struktur erleichtert den spontanen Zugriff auf unterschiedliche Wissensfelder in der gewünschten Tiefe.

Etwa 50 Haupteinträge sind vorgesehen und in so genannten Begriffsfeldern zusammengefasst. Das Begriffsfeld „ökologische Einheiten“ etwa umfasst 4 Einträge, nämlich Organismus, Population, Gemeinschaft und Ökosystem, und bildet den zweiten Band.

Die Herausgeber der Reihe sind Astrid Schwarz und Kurt Jax (UFZ Leipzig), sie werden unterstützt von einem internationalen und interdisziplinären Editorial Board.

Der erste Band „Revisiting Ecology“ erscheint 2010 und wurde von 22 AutorInnen geschrieben.

Handbook of ecological concepts (HOEK)

Was wollen wir erreichen?

1. Systematisierung der begrifflichen Grundlagen der Ökologie (und der Umweltwissenschaften)

2. Klärung ökologischer Begriffe, ihrer historischen und aktuellen Bedeutungen

3. Beitrag zur ökologischen Forschung, insbesondere der Theoriebildung

4. Vereinfachung der Kommunikation von ökologischem Wissen

5. Einsatz und Förderung kulturwissenschaftlicher Perspektiven auf Ökologie

Wie wollen wir es erreichen?

1. Entwicklung von „Grundbegriffen“ und „Begriffsfeldern“

2. Begriffshistorische Analyse Herkunft und Verwendung der Begriffe

3. Epistemologische Analyse der Begriffe und ihrer Vernetzungen

4. Strukturierung der Einträge nach Begriffsfeldern (nicht alphabetisch)

Welche Struktur und Organisation?

1. Alle Artikel haben dieselbe Struktur (Teil 1-6);

– unterschiedliche „Wissenstiefe“

– durchschnittliche Artikellänge 20 Seiten

2. Insgesamt 6 Bände (1. Band 2007)

3. Kritik als fester Bestandteil der Artikel im Bereich „Kommentare“

4. Peer-Review-System

5. in englischer Sprache, erscheint voraussichtlich bei Springer

6. Mehr als 100 Autoren aus 14 Ländern sind am Projekt beteiligt

Aktuell: Am ersten Band „Revisiting Ecology“ sind 22 Autoren beteiligt

Wie sieht ein Artikel aus?

1. Artikelkopf: vokabulare Übersetzung des Begriffsworts

Ethymologie des Begriffswortes (vor- und ausserökologisch)

Quellen der ersten Verwendung des Begriffs in der Ökologie

2. Hauptteil in mehreren Unterpunkten:

2.1. Kurze Zusammenfassung des Gesamtartikels

2.2. Wichtige Stationen der Begriffsgeschichte

2.3. epistemische Transformationen

3. Detaillierte Erläuterungen der Grundelemente (siehe 3)

4. Quellen/Literaturverzeichnis

5. Kritische Kommentare von anderen Autoren

Wer macht mit?

Die Haupteditoren sind Astrid E. Schwarz und Kurt Jax (UFZ Leipzig)

Im Editorial Board sind:

Dr. Pascal Acot, Dr. Sandra Bell, Dr. Donato Bergandi, Prof. Dr. Pascal Blandin, Prof, Dr. Marcus Düwell, Prof. Dr. Elena Galiasso, Prof. Dr. Alexej Ghilarov, Prof. Dr. John Gowdy, Dr. Volker Grimm, Prof. em. Dr. Dr. hc. Wolfgang Haber, Prof. Dr. Yrjö Haila, Prof. Dr. Heidrun Hesse, Prof. Dr. Alan Holland, Prof. Dr. Christoph Hubig, Prof Dr. Robert H. McIntosh, Dr. Thomas Potthast, Prof. Dr. Peter J. Taylor, Prof. Dr. Ludwig Trepl, Prof. Dr. Gerhard Wiegleb