Darmstädter Ringvorlesung

„Lem zwischen den Welten“

Ringvorlesung WS 2016/17 Lem zwischen den Welten Plakat Bild

Darmstädter Ringvorlesung des Instituts für Philosophie im Wintersemester 2016/17

Die Ringvorlesung beginnt am 26.10 und findet immer mittwochs von 18:05-19:45 Uhr im Alten Hauptgebäude der TU Darmstadt (Hochschulstraße 1, 64289 Darmstadt) im Hörsaal S 103 statt.

Die Ringvorlesung „Lem zwischen den Welten“ widmet sich dem Werk des Science-Fiction Schriftstellers und Technikphilosophen Stanislaw Lem. Die Ringvorlesung wird vom Institut für Philosophie der TU Darmstadt veranstaltet und ist Teil des gemeinsam mit dem Deutschen Polen Institut organisierten Festivals “Komet Lem“. Zu Gast sind Lem-Experten und Lem-Begeisterte aus Philosophie, Medien-, Literatur- und Filmwissenschaft, die sich in philosophischer Perspektive mit der Themenvielfalt des Lem’schen Werks beschäftigen. Schwerpunkte werden technikphilosophische Fragen sowie das Verhältnis zum Neuen und Unbekannten sein. Dabei wird es auch um das nicht nur künstlerische, sondern auch theoretische Problem der Darstellung möglicher, fremder oder zukünftiger Weltn sowie um die literarischen Formen gehen, die Lem als Autor und Denker dafür wählt – auch um damit seine, und unsere, Gegenwart zu reflektieren.

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Philosophie, aber auch anderer Fächer, an Lem-Fans (und solche, die es werden wollen) sowie an alle, die sich für die kultur- und techniktheoretische Reflexion der von Lem thematisierten Zukunftsfragen interessieren.

„Lem zwischen den Welten“ ist Teil des Festivals „Komet Lem“, das das Deutsche Polen Institut gemeinsam mit der Darmstädter Philosophie in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl Darmstädter Kultureinrichtungen konzipiert hat. Es finden von Oktober bis März zahlreiche Veranstaltungen – Ausstellung, Tagung, Konzerte, Lesungen, Diskussionen und eine Roboter-Party – statt. Das vollständige Programm von „Komet Lem“ finden Sie hier.

26.10 Alexander Friedrich, Petra Gehring (Darmstadt): Ein- und Entführung: Lem zwischen den Welten

02.11. André Reichert (Berlin): Stanisław Lem und das Problem des Neuen

09.11. Simon Spiegel (Zürich): Die Ritter vom heiligen Kontakt

16.11. Alexander Friedrich (Darmstadt): Fiction of Science: Poetologie der Wissenschaft

23.11. Petra Gehring (Darmstadt): Lebendiges und Totes – der Unbesiegbare

30.11. Alfred Nordmann (Darmstadt): Schmerzmaschinen

07.12. Petra Gehring (Darmstadt): „Fiasko“

14.12. Gabriele Gramelsberger (Witten/Herdecke): Der futurologische Kongreß + Neuroenhancement

21.12. Burkhard Müller (Chemnitz): Lem aus der Sicht eines Literaturkritikers

11.01. Alfred Gall (Mainz): Poetik der Alterität, Konstruktion anderer Welten

18.01. Martin Warnke (Lüneburg): Besatzungen

25.01. Kai Denker (Darmstadt): Waffensysteme des 21. Jahrhunderts

01.02. Vladimir Velminski (Weimar): Lems Modelle der Rückkoppelung

08.02. Christoph Hubig (Darmstadt): Summa Technologiae

 

Archiv der Ringvorlesungen

Werden-müssen, was man schon ist: Probleme der ›zweiten menschlichen Natur‹

Darmstädter Ringvorlesung des Instituts für Philosophie im Wintersemester 2015/16

Mittwochs, 18:00-20:00 Uhr, S1|03 Raum 223

21.10.2015 Jens Kertscher / Jan Müller:

Zur Einführung

28.10.2015 Andreas Kaminski:

Der Bezeugung vertrauen – in der Dialektik zwischen Erkennen und Anerkennen

04.11.2015 Julia König:

Natur zwischen Soma und Seele. Zum Begriff des Triebes bei Freud, Lacan und Lorenzer

11.11.2015 Jens Kertscher:

Vernunft ohne Natur

18.11.2015 Christoph Demmerling:

›Denn die Natur ist aller Meister Meister! Sie zeigt uns erst den Geist der Geister.‹ Überlegungen zum Begriff der menschlichen Natur

25.11.2015 Philipp Richter:

Wie lässt sich Kants Moralphilosophie leben? Zum Begriff einer zweiten Natur in der transzendentalen Moralphilosophie

02.12.2015 Kathi Beier:

Tugend und Natur. Aristoteles und Thomas von Aquin über die ethische Vollkommenheit des Menschen

09.12.2015 Gerhard Gamm:

Werden, was man ist. Die zweite Natur als erste

16.12.2015 Jan Müller:

Einander gerecht werden: Zweite Natur oder menschliche Lebensform?

13.01.2016 Volker Schürmann:

Können Praxisphilosophien ein Gegebenes kennen?

20.01.2015 Thomas Hoffmann:

Zweite Natur zuerst! – Über das Gute, die Natur und die ontisch ontologische Differenz

27.01.2015 Andrea Kern:

Knowledge as a Self-Constituting Capacity

03.02.2016 Petra Gehring:

Schwierigkeiten mit der Kultur – als zweiter Natur

10.02.2016 Christoph Hubig:

Erste, zweite, dritte Natur – Gegennatur? Nummerierungsprobleme und Reflexionsdefizite am Beispiel der Technik

 
 

Laokoon (WiSe 14/15)

Gotthold Ephraim Lessing verfasste 1766 eine Streitschrift über die Laokoon-Skulpturengruppe aus dem vatikanischen Museum und die Antiken-Rezeption der deutschen Klassik. Mit seinen Überlegungen zu den „Grenzen der Poesie und Mahlerey“ unterminierte er das idealisiertes Bild des antiken Held mit seiner edlen Einfalt und stillen Größe. Stattdessen richtete er die Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Kunstgattungen mit ihren jeweiligen Formgesetzen. Damit stellte er Fragen, die in den letzten 250 Jahren vielfach aufgegriffen und weiterentwickelt wurden – Fragen über Gegenstandskonstitution durch Darstellungsformen, über das Verhältnis von Darstellung und Ausdruck, Leib und Schmerz, über die Leistung der Einbildungskraft.

Ausgangspunkt der Ringvorlesung ist Lessings Laokoon – allerdings ohne philologische Engführung. Vielmehr erscheint Lessings Schrift als Schnittstelle vielfacher Diskussionen, die lange vor ihr ansetzen und heute andauern. – Diese Ringvorlesung trägt zu einer längerfristigen Auseinandersetzung und aktuellen Positionierungen bei in Zusammenarbeit insbesondere mit Kollegen an der Züricher Hochschule der Künste und der Leuphana Universität Lüneburg. Im Sommer 2016 soll diese Zusammenarbeit in ein Züricher Kunst- und Theoriefestival münden.

Programm:

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Ethik wozu – und wie weiter? (WiSe 13/14)

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Rousseau und Rousseau-Kritik (WiSe 12/13)

Aus Anlass des 300. Geburtstags von Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778) ist die diesjährige Ringvorlesung der Darmstädter Philosophie dem Werk dieses schillernden Philosophen gewidmet. Die Vorträge – unter denen es wie üblich auch wieder viele Gastvorträge geben wird – beleuchten die verschiedenen Facetten seines Werks (u.a. politische Philosophie, Literatur und Sprache, Pädagogik) und seiner Aktualität ebenso wie Bezüge zu anderen Philosophen (Mendelssohn, Kant) sowie Aspekte der Rezeptionsgeschichte.

Programm:

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Kleist „Über das Marionettentheater“ – Zur Philosophie der drei Stadien (WiSe 11/12)

Anlässlich des Kleist-Jahres 2011 steht Kleists berühmter Essay „Über das Marionettentheater“ im Zentrum der diesjährigen Ringvorlesung. In dieser Schrift entwirft Kleist eine Theorie dreier Stadien unserer Weltbezüge: von der unmittelbaren, natürlichen, unbewussten, naiv-anmutigen Verfasstheit über die bewusste, künstliche, begrenzte, unvollkommen-unbeholfene hin zur (möglicherweise) souverän-vollkommenen, absoluten, gottgleichen. Dieses Schema hat die unterschiedlichsten Ausdeutungen und Kritiken erfahren. Prominente Referentinnen und Referenten beleuchten jenes „Stadien-Denken“ aus unterschiedlicher Perspektive mit Blick auf unsere theoretischen und praktischen Weltverhältnisse.

Programm:

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Vollendete Tatsachen (WiSe 10/11)

Tatsachen werden bekanntlich geschaffen. Dies wirft wissenstheoretische Fragen auf. Aber auch ästhetische – wenn Tatsachen nämlich aufhören bloße Tatsachen zu sein und die Aura des Unwiderstehlichen annehmen. Vollendet sind diese Tatsachen, weil sie sprechend und evident sind, scheinbar immun gegen Widersprüche. Wir begegnen ihnen als schlagenden Beweisen in Demonstrationsexperimenten und Museumsausstellungen, sie kündigen sich auf den Titelseiten der großen Wissenschaftszeitschriften an oder als „proofs of concept“. Sie nehmen als technische Dinge und Bilder Gestalt an, als Phänomene und Effekte werden sie immer wieder gerne wiederholt. Sie sind gleichermaßen selbstgenügsam und spekulativ, zelebrieren Sichtbarkeit und verschleiern Zusammenhänge. Als Chiffre des Wirklichen markieren sie einen „point of no return,“ an dem das Denken nicht vorbeikommt, aber womöglich aufhört. – Von diesen vollendeten Tatsachen, ihrer Herstellung und Überhöhung in der Geschichte des Wissens und der Wissenschaften, soll die Rede sein.

Programm:

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„Die Philosophie hat ihren letzten Schritt noch nicht getan.“ Hans Blumenberg (SoSe 10)

Welche Rolle spielen Metaphern für das Denken und die Philosophie? Wie verhalten sich Mythos und Vernunft zueinander? Was ist die Geschichte des Gedankens der „Lesbarkeit der Welt“, der sich in frühen religiösen Vorstellungen, in der Traumdeutung Freuds oder den „Buchstaben“ der Gene findet? Was sahen die Menschen und Astronomen früher, wenn sie zum Himmel und zu den Sternen aufsahen, und wie veränderte sich dies?

Der Philosoph Hans Blumenberg (1920-1996) ist solchen Fragen in ungemein detailreichen als auch weitläufigen historischen Studien nachgegangen. Profunde Materialkenntnis ging dabei mit aufregenden, präzisen Thesen eine wohl nicht wiederholbare Verbindung ein. Auf diese Weise hat Blumenberg der Philosophie und Wissenschaftsgeschichte neue unbekannte Bereiche erschlossen.

Nicht ohne Grund setzte daher in den letzten Jahren eine intensive Forschung zu seinem Werk ein, die von zahlreichen Publikation aus Blumenbergs Nachlass weiter angeregt wird. Die einzelnen Vorträge der Ringvorlesung beschäftigen sich jeweils mit einem Werk oder einer These Blumenbergs, der trotz leidenschaftlicher Blumenbergleser vielerorts noch immer als Geheimfavorit entdeckt werden kann.

Programm:

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Publikation

Journal Phänomenologie: Hans Blumenberg

 

Sozialmaschinen (WiSe 09/10)

Wir sind es gewohnt, die Begriffe „Technik“ und „Technologie“ mit dinghaften Apparaturen und Geräten zu verbinden. So sprechen wir dort von Technik, wo Maschinen, mechanische Verfahren, automatisierte Abläufe, auslösbare Funktionen, Manipulationen oder Herstellungsprozesse unser Verhältnis zur Welt und zur Gesellschaft prägen. Eine (in Darmstadt geprägte und gern verwendete) Formel ist auch diejenige, die Technik sei „materielles Dispositiv“. Das lässt ebenfalls an handfeste Stofflichkeit denken.

Die Ringvorlesung Sozialmaschinen nimmt nun solche Phänomene in den Blick, die man eher im übertragenen Sinne als technisch oder gar maschinell bezeichnen würde: Konstellationen einer sozialen Formung, eines Produktivmachens, in welchen jedenfalls nicht Dinge, Geräte und eigentlich auch nicht mehr Materialität die Bühne beherrschen. Effizienzen werden vielmehr anderswie organisiert.

Die Veranstaltung stellt ausgewählte solcher sozialer Felder – vergangene und aktuelle – vor, die man jedenfalls nicht ohne weiteres mit der Dominanz von Geräten, Systemen etc. verbinden würde. Und sie erprobt auch hier den Technikbegriff: Handelt es sich bei Veränderungen, die sich in diesen Feldern beobachten lassen, um Formen einer informellen Technisierung? Um einen anderen Typ von Technizität?

Ringvorlesung in Zusammenarbeit mit dem Graduiertenkolleg „Topologie der Technik“.

Programm:

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Philosophie in Experimenten (WiSe 08/09)

 

Naturforschung zur Sprache gebracht (WiSe 07/08)

 

Macht! (WiSe 06/07)

 

Philosophie im Spiegel der Literatur (WiSe 05/06)

 

Klassiker der Philosophie (WiSe 03/04)