Sonja N. K. Daum

Seit Dezember 2021 bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie in dem Projekt „Biodiversitätskulturen in Stadt und Land – Integrative Forschung zur Förderung der Insektenvielfalt auf Grünflächen (BioDivKultur)“ im Rahmen der BMBF- Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA).
(Projekthomepage: BioDivKultur )
Das Projekt verbindet meine Interessen im Gebiet der Philosophie mit denen aus der Biologie und dem Naturschutz. Als interdisziplinäres Team wird aus verschiedenen Perspektiven (Biologie, Linguistik, Politikwissenschaft und Philosophie) an dem Themenkomplex der Arthropodenvielfalt auf Grünflächen geforscht und das gewonnene Wissen in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern (Wissenschaftsstadt Darmstadt, BUND Darmstadt, bioversum Kranichstein und LPV Göttingen) erprobt und umgesetzt. Auf Grund dessen zeichnet sich das Projekt durch ein hohes Maß an Wissenschaftskommunikation gerade auch für eine interessierte Öffentlichkeit aus.
Die Philosophie im Besonderen versteht sich in diesem Forschungsprojekt als Reflexionsinstanz, trägt zur Schärfung verwendeter Begrifflichkeiten bei und unterstützt die Biodiversitätsforschung als kritische Frage- und inspirierende Stichwortgeberin.


Mein assoziiertes Forschungsvorhaben wird sich dem Begriff der „Moralgemeinschaft“ (Moral community) widmen. Dort wird sich vor allem der Fragen angenommen, wie Grenzziehungen vollzogen werden: Wem oder was kommt moralischer Status zu und warum? Anhand welcher Unterschiede wird ein Unterschied gemacht – in dem zugesprochenen Wert oder auch innerhalb der Moralgemeinschaft? Wie werden diese begründet und argumentativ in einem normativen System rückgebunden? Sind Frauen*, Menschen, Primaten, Cephalopoda, GFP-Mäuse (genetisch veränderte Organismen), Insekten, Pflanzen und Felsen auf unterschiedliche Weise schützenswert und wenn ja, warum? Kommt vielleicht sogar einem definierten System (zum Beispiel dem Ökosystem auf Grünstreifen) an sich ein Eigenwert zu – haben wir an dieser Stelle also direkte Pflichten? Wie verhält sich dies bei „Arten“ als komplexes, abstraktes Systematisierungselement? Alle möglichen Grenzziehungen sind stets mit der Frage verbunden, wer die Grenzen zieht und wie sich Macht mit der Wahl eines Kriteriums konstituiert: Hineingeboren? Vernünftig? Leidensfähig? Tierisch? Lebendig? Hergestellt? Definiert? Existent? Zukünftig existent?
Daraus ergeben sich wiederum ganz grundlegende Fragen dahingehend, wie wir über die Welt nachdenken (vergangene Utopien, gegenwärtige Fiktionen oder zukünftige Dystopien) und in welcher Welt wir gut und gerne leben wollen, wenn wir Nicht-Nachhaltigkeit als ein globales, soziales, ökonomisches und ökologisches Problem zu begreifen versuchen.


Biografische Notiz:

Ich habe mein Studium des Lehramtes für Gymnasien mit den Fächern Biologie und Philosophie mit einer Abschlussarbeit zum Thema „Glück innerhalb von Philippa Foots System natürlicher Normativität“ 2021 in Darmstadt mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen. Währenddessen war ich als Tutorin und wissenschaftliche-Hilfskraft tätig. Darüber hinaus habe ich mich vertiefend mit Technik und Philosophie beschäftigt.


Schwerpunkte:

  • Umweltethik (unter anderem aus feministischer Perspektive)
  • Biodiversitätsforschung
  • Philosophiedidaktik


Publikationen:

(ORCID-Profil; ResearcheGate)

Brenneis, Andreas / Daum, Sonja N. K. (2021): Philosophizing Dialogically in an E-Learning Setup, Journal of Didactics of Philosophy 5(2), 46–61. DOI: 10.46586/ JDPh.2021.9597.