Leerstelle Mensch?

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Die Angewandte Ethik hat sich als einflussreiches Forschungsfeld etabliert, das bei gesellschaftlichen Herausforderungen von Bioethik über Klimawandel bis zur digitalen Transformation Orientierung bieten will. Es erstaunt jedoch, dass sich die Methodiken der Angewandten Ethik kaum entsprechend der wachsenden Komplexität und Verflechtung der von ihr bearbeiteten Handlungs- und Problemfelder weiterentwickelt haben.

Vom 8. bis 10. Januar 2026 nimmt die Tagung Leerstelle Mensch? Anthropologische Grundlagen Angewandter Ethik diese Einschätzung zum Anlass, um mit der Anthropologie nach einer integrativen, philosophisch grundlegenden Perspektive auf die Angewandte Ethik und verwandte Forschungsfelder zu fragen und einen begrifflichen Rahmen abzustecken, in dem der Bereich des Normativen im Hinblick auf die Grundbedingungen menschlichen Lebens überhaupt erst verständlich wird. Die anthropologischen Grundlagen des normativen Begriffsrepertoires, mit dem Menschen ihre eigene Existenz- und Lebensweise in moralischer und angewandt ethischer Hinsicht auslegen und reflektieren, ist ebenso Untersuchungsgegenstand der Tagung wie der konzeptuelle Rahmen einer sinnvollen und rechtfertigbaren Bezugnahme auf die Natur des Menschen.

Die Tagung wird am Institut für Philosophie ausgerichtet und gemeinsam mit dem Institut für Kulturforschung Heidelberg sowie dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des Karlsruher Instituts für Philosophie organisiert. Gefördert wird die Tagung von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Instituts für Kulturforschung Heidelberg (opens in new tab)

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten:



Zeitplan und Programm


Do 08.01.2026
13:30 Begrüßungskaffee
14:00 Eröffnung und thematische Einführung (Dirk Hommrich / Jens Kertscher)
14:45 Marcus Düwell (Darmstadt): Ethik und philosophische Anthropologie – eine Verhältnisbestimmung
16:00 Pause
16:15 Angela Kallhoff (Wien): Der Mensch als moralisches Tier
17:30 Pause
17:45 Henrike Moll (Los Angeles): The Transformative Thesis and Education
19:00 Gemeinsames Abendessen I

Fr 09.01.2026
09.15 Sascha Settegast (Trier): Tugendethik als praktische Anthropologie
10:30 Pause
10:45 Martin Barnickel (Bamberg): Die Unergründlichkeit des Menschen nach Helmuth Plessner als Ansatz für die Menschenwürde
12:00 Kevin Liggieri (Darmstadt): Anthropologie und Eugenik. Helmuth Plessners Antwort auf Erich von Holst
13:15 Mittagspause
14:30 Volker Schürmann (Köln): Ethik oder politische Anthropologie?
15:45 Pause
16:00 Christian Illies (Bamberg): Der politische Leib. Zum Verhältnis von Mensch und Macht
17:15 Pause
17:30 Sonja Daum (Darmstadt): Formen naturteleologischer Argumente und ihre Bedeutung für die Umweltethik
18:45 Gemeinsames Abendessen II

Sa 10.01.2026
09.30 Klaus Wiegerling (Kaiserslautern): Von einem anthropologischen und physikalischen Schlüsselkonzept zur Idee der technischen Autonomie: Widerständigkeit
10:45 Pause
11:00 Andreas Spahn (Eindhoven): Werte und Zwecke. Kann die Anthropologie helfen, der Technikethik eine normative Grundlage zu geben?
12:45 Pause
13:00 Abschlussdiskussion
14:00 Ende der Tagung