Darmstädter Ringvorlesung des Instituts für Philosophie im Wintersemester 2018/19

Die Ringvorlesung beginnt am 17.10.2018 und findet immer mittwochs von 18:05-19:30 Uhr im Alten Hauptgebäude der TU Darmstadt (Hochschulstr. 1, 64289 Darmstadt) im Hörsaal S103/223 statt.

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Morpho-Genesen – Formgeschichten aus Philosophie, Biologie, Architektur und Design

Die klassische Arbeitsteilung – hier die wissenschaftliche Erforschung von Kausalzusammenhängen, dort das künstlerische Interesse an den Naturformen – gilt schon lange nicht mehr. Die Mathematik greift Goethes Motiv des „Wandelns und Umwandelns“ organischer Formen auf, die Biologie befasst sich mit Entwicklungsgesetzen, die Physik be- schreibt den plötzlichen Übergang von einer Konfiguration zur nächsten.

Was bedeutet nun dieses Interesse an Form und Formgesetzen? Die Antworten hierauf fallen unterschiedlich aus – je nachdem wie sehr auch die Architektur, die Ingenieurwissenschaften und das Design in den Blick genommen werden. Handelt es sich um ein Zurück zu einer romantisch- holistischen Naturauffassung oder vielmehr um den Aufbau einer neuen Perspektive auf die Natur als eine Art Ingenieur? Was für ein Wissen geht mit dem Verstehen organischer Formen und ihrer Beziehungen einher? Wie stellt sich das Verhältnis von Natur, Kultur und Technik jeweils dar, welche erkenntnistheoretischen und metaphysischen Annahmen werden vorausgesetzt?

Die Ringvorlesung im Wintersemester 2018/19 ist der Erweiterung, auch der Problematisierung und Ablehnung des Formdenkens im 20. und 21. Jahrhundert gewidmet. Dabei werden philosophische Fragen im Dialog mit natur- und ingenieurwissenschaftlicher Forschung verfolgt.

17.10. Alfred Nordmann & Marco Tamborini (Darmstadt): Einleitung

24.10. Petra Gehring (Darmstadt): Morphologie: Spenglers „lebendige Bildungen“ und seine Betrachtungen der Stadt als Form

07.11. Gernot Böhme (Darmstadt): Die Entstehung der vier Elemente – Feuer, Wasser, Erde, Luft – und die Platonischen Körper

14.11. Gerhard Gamm (Darmstadt): Die Form der Philosophie – zur Morphogenese des Denkens

21.11. Achim Menges (Stuttgart): Architektur anders denken: Schnittstellen von Biologie und Bauen

28.11. Kai Denker (Darmstadt): Was meint Deleuze mit ›Indi-Drama-Differentitation/zierung‹?

05.12. Katharina Immekus (Darmstadt): Über Bilder, Ausstellungen und analoges Drucken im Fachbereich Architektur

12.12. Ulrich Krohs (Münster): Prinzipien der Formbildung – biotisch und bionisch

19.12. Georg Toepfer (Berlin): Formen als (die einzigen) Lebenskräfte: Die zentrale Stellung der Morphologie in der Biologie

16.01. Carolin Höfler (Köln): Modelloperationen. Vom Reproduzieren zum Prozessieren von Strukturen

23.01. Thomas Potthast (Tübingen),: Lebens-Formen und Synthetische Biologie: Zwischen Selbstorganisation und Design des Lebendigen

30.01. Wolfgang Schäffner (Berlin): Form Material Code. Die Neuerfindung des Analogen im Zeitalter des Digitalen

06.02. Claudia Blümle (Berlin): Visuelle Formprozesse. Zum Verhältnis von Natur und Mathematik im Werk Paul Klees

13.02. Mathias Gutmann (Karlsruhe): Form und Prozess

Archiv der Ringvorlesungen

„Das Neue“

Darmstädter Ringvorlesung des Instituts für Philosophie im Wintersemester 2017/18

Die Ringvorlesung beginnt am 25.10.2017 und findet immer mittwochs von 18:05-19:45 Uhr im Alten Hauptgebäude der TU Darmstadt (Hochschulstr. 1, 64289 Darmstadt) im Hörsaal S103/223 statt.

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Das „Neue“ war und ist von alters her Gegenstand von Hoffnung und Furcht. Auch seine philosophische Erfassung ist geprägt von Ambivalenzen und Kontroversen: Ist eine Objektivität von Neuem anzunehmen, oder ist etwas lediglich neu jeweils für uns, relativ zu unserer Situierung, zu unserem Erkenntnis- und Handlungsvermögen? Sind wir – „gottgleich“ – fähig zu originärer Kreativität, oder sehen wir uns einer „ewigen Wiederkehr des Gleichen“ (Nietzsche) gegenüber, die wir nur unterschiedlich realisieren können? Diese Fragen schreiben sich fort in unser Verständnis von Evolution, Revolution, Entdeckung, Erfindung/Invention, Innovation …

In der Ringvorlesung sind Beiträge aus den Gebieten der philosophischen Anthropologie, Sozialphilosophie, Politischen Philosophie, Ethik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie und Sprachphilosophie sowie der Wirtschaftstheorie, der Kunsttheorie und der Konstruktionsheuristik versammelt.

25.10. Christoph Hubig (Darmstadt): Eine Landkarte des „Neuen“

01.11. Kurt Röttgers (Hagen): Neuigkeiten und Abgründe

08.11. Jo Reichertz (Duisburg-Essen): Abduktion: Wie neu ist das neu gewonnene Wissen wirklich?

15.11. Birger Priddat (Witten/Herdecke): ‚Schöpferische Zerstörung' als agens movens der Ökonomie?

22.11. Matthias Warkus (Jena): Neuerung als Spezialfall von Veränderung

29.11. Uwe Wirth (Gießen): „Aus alt mach’ neu“

06.12. Philipp Richter (Darmstadt): Nichts Neues in der Ethik?

13.12. Gerhard Gamm (Darmstadt): Die neue Zeit. Gesellschaft, Politik und Kultur

20.12. Petra Gehring (Darmstadt): Das Neue und das Fremde

10.01. Udo Lindemann (München): Das Neue und die Barrieren auf dem Weg dorthin

17.01. Hermann Danuser (Berlin): Paradoxien der Kunst-Avantgarde

24.01. Jens Kertscher (Darmstadt): Neologismen und Neusprech

31.01. Gabriele Gramelsberger (Aachen): Erkenntnisformen des Neuen

07.02. Christoph Hubig (Darmstadt): Kreativität

„Lem zwischen den Welten“

Darmstädter Ringvorlesung des Instituts für Philosophie im Wintersemester 2016/17

Die Ringvorlesung beginnt am 26.10 und findet immer mittwochs von 18:05-19:45 Uhr im Alten Hauptgebäude der TU Darmstadt (Hochschulstraße 1, 64289 Darmstadt) im Hörsaal S 103 statt.

Die Ringvorlesung „Lem zwischen den Welten“ widmet sich dem Werk des Science-Fiction Schriftstellers und Technikphilosophen Stanislaw Lem. Die Ringvorlesung wird vom Institut für Philosophie der TU Darmstadt veranstaltet und ist Teil des gemeinsam mit dem Deutschen Polen Institut organisierten Festivals “Komet Lem“. Zu Gast sind Lem-Experten und Lem-Begeisterte aus Philosophie, Medien-, Literatur- und Filmwissenschaft, die sich in philosophischer Perspektive mit der Themenvielfalt des Lem’schen Werks beschäftigen. Schwerpunkte werden technikphilosophische Fragen sowie das Verhältnis zum Neuen und Unbekannten sein. Dabei wird es auch um das nicht nur künstlerische, sondern auch theoretische Problem der Darstellung möglicher, fremder oder zukünftiger Weltn sowie um die literarischen Formen gehen, die Lem als Autor und Denker dafür wählt – auch um damit seine, und unsere, Gegenwart zu reflektieren.

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Philosophie, aber auch anderer Fächer, an Lem-Fans (und solche, die es werden wollen) sowie an alle, die sich für die kultur- und techniktheoretische Reflexion der von Lem thematisierten Zukunftsfragen interessieren.

„Lem zwischen den Welten“ ist Teil des Festivals „Komet Lem“, das das Deutsche Polen Institut gemeinsam mit der Darmstädter Philosophie in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl Darmstädter Kultureinrichtungen konzipiert hat. Es finden von Oktober bis März zahlreiche Veranstaltungen – Ausstellung, Tagung, Konzerte, Lesungen, Diskussionen und eine Roboter-Party – statt. Das vollständige Programm von „Komet Lem“ finden Sie hier.

26.10 Alexander Friedrich, Petra Gehring (Darmstadt): Ein- und Entführung: Lem zwischen den Welten

02.11. André Reichert (Berlin): Stanisław Lem und das Problem des Neuen

09.11. Simon Spiegel (Zürich): Die Ritter vom heiligen Kontakt

16.11. Alexander Friedrich (Darmstadt): Fiction of Science: Poetologie der Wissenschaft

23.11. Petra Gehring (Darmstadt): Lebendiges und Totes – der Unbesiegbare

30.11. Alfred Nordmann (Darmstadt): Schmerzmaschinen

07.12. Petra Gehring (Darmstadt): „Fiasko“

14.12. Gabriele Gramelsberger (Witten/Herdecke): Der futurologische Kongreß + Neuroenhancement

21.12. Burkhard Müller (Chemnitz): Lem aus der Sicht eines Literaturkritikers

11.01. Alfred Gall (Mainz): Poetik der Alterität, Konstruktion anderer Welten

18.01. Martin Warnke (Lüneburg): Besatzungen

25.01. Kai Denker (Darmstadt): Waffensysteme des 21. Jahrhunderts

01.02. Vladimir Velminski (Weimar): Lems Modelle der Rückkoppelung

08.02. Christoph Hubig (Darmstadt): Summa Technologiae

Werden-müssen, was man schon ist: Probleme der ›zweiten menschlichen Natur‹

Darmstädter Ringvorlesung des Instituts für Philosophie im Wintersemester 2015/16

Mittwochs, 18:00-20:00 Uhr, S1|03 Raum 223

21.10.2015 Jens Kertscher / Jan Müller:

Zur Einführung

28.10.2015 Andreas Kaminski:

Der Bezeugung vertrauen – in der Dialektik zwischen Erkennen und Anerkennen

04.11.2015 Julia König:

Natur zwischen Soma und Seele. Zum Begriff des Triebes bei Freud, Lacan und Lorenzer

11.11.2015 Jens Kertscher:

Vernunft ohne Natur

18.11.2015 Christoph Demmerling:

›Denn die Natur ist aller Meister Meister! Sie zeigt uns erst den Geist der Geister.‹ Überlegungen zum Begriff der menschlichen Natur

25.11.2015 Philipp Richter:

Wie lässt sich Kants Moralphilosophie leben? Zum Begriff einer zweiten Natur in der transzendentalen Moralphilosophie

02.12.2015 Kathi Beier:

Tugend und Natur. Aristoteles und Thomas von Aquin über die ethische Vollkommenheit des Menschen

09.12.2015 Gerhard Gamm:

Werden, was man ist. Die zweite Natur als erste

16.12.2015 Jan Müller:

Einander gerecht werden: Zweite Natur oder menschliche Lebensform?

13.01.2016 Volker Schürmann:

Können Praxisphilosophien ein Gegebenes kennen?

20.01.2015 Thomas Hoffmann:

Zweite Natur zuerst! – Über das Gute, die Natur und die ontisch ontologische Differenz

27.01.2015 Andrea Kern:

Knowledge as a Self-Constituting Capacity

03.02.2016 Petra Gehring:

Schwierigkeiten mit der Kultur – als zweiter Natur

10.02.2016 Christoph Hubig:

Erste, zweite, dritte Natur – Gegennatur? Nummerierungsprobleme und Reflexionsdefizite am Beispiel der Technik

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