Veranstaltungen:
Vortrags- und Workshopreihe: Praktische Philosophie und Phänomenologie, TU Darmstadt
Wir laden Gäste ein, uns das Thema einer aktuellen Publikation im Rahmen eines Abendvortrags vorzustellen. Am Vormittag des Folgetags wird die Diskussion während eines Workshops mit Kommentaren weiter vertieft.
- 23./24. Juni 2026: Lambert Wiesing (Universität Jena): „Stile des In-der-Welt-seins. Phänomenologie des Selbstbewusstseins“
- 29./30. April 2026: Michela Summa (Universität Würzburg): „Husserls Zugang zur epistemischen Verantwortung: Erkennen, Glauben und Stellungnahme“
- 5. Feb. 2026: Martin Saar (Goethe Universität Frankfurt): „Was ist Sozialphilosophie?“
- 15./16. Jan. 2026: Thomas Bedorf (FernUniversität Hagen): „Sehen und Gesehen-Werden Eine politische Phänomenologie der Haltung“
- 20. Nov. 2025: Jakub Čapek (Karlsuniversität Prag): „Perspektive, Endlichkeit und perspektivischer Realismus“
- 24. Juni 2025: Michael Weinman (Indiana University Bloomington & Bard College Berlin): „Why Hannah Arendt’s understanding of Augustine matters now“
- 23./24. Juni 2025: Hamid Taieb (HU Berlin): „Sekundäre Qualitäten und Erkenntnistheorie“
- 2. Juni 2025: Tao du Four (University of Cambridge) und Iulia Statica (University of Sheffield): „Space and Generation: Between Postsocialist and Postcolonial Worlds“
- 8./9. Mai 2025: Shmuel Lederman (Haifa University): „Arendt's writings on Zionism“
- 23./24. Januar 2025: Christian Volk (HU Berlin): „Ziviler Ungehorsam“
- 21./22. November 2024: Matthias und Johanna Schlossberger (Frankfurt (Oder)): „Konservative Revolution“
- 2./3. Mai 2024: Jörg Sternagel (Konstanz): „Auf dem Weg zum Anderen. Ethik der Alterität.“
- 16./17. Januar 2024: Dirk Stederoth (Kassel): „Wir Avatare. Zur Introjektion des Digitalen im Menschen“
- 23./24. November 2023: Steffen Herrmann (Hagen): „Demokratischer Streit. Eine Phänomenologie des Politischen“
- 24. Oktober 2023: Kristian Köchy (Kassel): „Beseelte Tiere“
- 11./12. Mai 2023: Matthias Flatscher (Würzburg/Wien): „Logiken der Solidarität“
- 10. Februar 2023: Sophie Loidolt (TU Darmstadt): „Law in War: Phenomenological Perspectives“
- 8./9. April 2021: Gerhard Thonhauser (TU Darmstadt): „Sein und Zeit. Ein systematischer Kommentar“ (Buchprojekt)
- 16./17. Januar 2020: Julian Hanich (Universität Groningen): „Collective Viewing, Joint Deep Attention and the Ongoing Value of the Cinema“
- 11./12. Juli 2019: Oliver Marchart (Wien): „Demokratie demokratisieren. Zur Geschichte und Zukunft radikaler Demokratie“
- 1./2. November 2018: Inga Römer (Université Grenoble Alpes): „Das Begehren der reinen praktischen Vernunft. Kants Ethik in phänomenologischer Sicht“
Hannah Arendt war selbst nicht der Ansicht, sie sei in den „Kreis der Philosophen“ aufgenommen. Dies äußert sie im bekannten Fernsehinterview mit Günter Gaus und führt auch einige Gründe dafür an, warum sie sich selbst nicht als „Philosophin“, sondern als „politische Theoretikerin“ bezeichnet.
In der Ringvorlesungsreihe des Instituts für Philosophie wollen wir mit Institutsmitgliedern sowie Gästen aus dem In- und Ausland dieser Situierung anlässlich Arendts 50. Todestages nachgehen.
In jeder Sitzung wird eine Denkerpersönlichkeit mit Arendt ins Gespräch gebracht, wodurch vor allem ihre philosophische Seite betont werden soll.
Gasthörer:innen sind herzlich willkommen!
Programm:
15.10. Sophie Loidolt (Darmstadt): Einführung
22.10. Nils Baratella (Düsseldorf): Marx – entfällt!
29.10. Gerhard Thonhauser (Darmstadt): Heidegger
05.11. Tereza Matejcková (Prag): Hegel
12.11. Nils Baratella (Düsseldorf): Marx ab 16:15 Uhr
12.11. Alexander Friedrich (Darmstadt): Aristoteles ab 18:05 Uhr
19.11. Jakub Capek (Prag): Patocka
26.11. Marcus Düwell (Darmstadt): Plessner
03.12. Liesbeth Schoonheim (Berlin): Beauvoir
10.12. Carsten Dutt (Darmstadt): Jaspers
17.12. Andrea Esser (Jena): Kant
14.01. Frisbee C.C. Sheffield (Cambridge): Platon
21.01. Frieder Vogelmann (Freiburg): Foucault
28.01. Dirk Jörke (Darmstadt): Nietzsche
04.02. Martin Saar (Frankfurt): Spinoza
11.02. Roy Tsao (New York): Augustinus
Hier (PDF-Datei) (wird in neuem Tab geöffnet) können Sie das Programm herunterladen.
Zur Vorbereitung geht es hier (wird in neuem Tab geöffnet) zum Interview mit Arendt und Gaus.
Zusätzliche Informationen:
Als ergänzendes Angebot findet unmittelbar vor der Ringvorlesung (16:15 Uhr – 17:45 Uhr) in HS 313 | 10 die Vorlesung „Hannah Arendt als Philosophin“ statt. Dieser Kurs befasst sich systematisch mit den philosophischen Bezügen, Kontexten und Hintergründen in Arendts Werk.
Die Ringvorlesung findet in Präsenz statt, teils in deutscher und teils in englischer Sprache. Es wird Aufzeichnungen der Vorlesungen geben, die gegen Ende des Semesters zum Nachhören hochgeladen werden.
In Kooperation mit der FernUniversität Hagen und der Universität zu Köln.
2023
In der Phänomenologie haben sich in jüngster Zeit zwei Denkrichtungen herausgebildet, die sich beide mit der Erfahrung und den Strukturen politischer Konflikte und mit gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen befassen: die kritische Phänomenologie einerseits und die politische Phänomenologie andererseits.
Beide erheben den Anspruch, auf die Krisen der Gegenwart und auf innerphänomenologische Desiderate zu reagieren.
Der klassischen Phänomenologie ist es trotz ihrer Hinwendung zu gelebter Erfahrung und verkörperter Subjektivität nicht gelungen, diese Dimensionen der Erfahrung ausreichend zu thematisieren. Sowohl die politische als auch die kritische Phänomenologie zielen darauf ab, diesen Mangel zu kompensieren. Sie wollen zeigen, dass die Phänomenologie nicht nur Bewusstsein, Subjektivität, Lebenswelt und Intersubjektivität analysiert, sondern auch die vielfältigen Erfahrungen marginalisierter Subjekte beleuchten, Wahrnehmungsschemata historisieren und politische Erfahrungen thematisieren kann.
Mit der Online-Vorlesungsreihe soll eine Debatte um kritische und politische Phänomenologie eröffnet werden, in der einerseits methodische und inhaltliche Differenzen herausgearbeitet und andererseits gemeinsame Ziele in den Blick genommen werden sollen. Insbesondere sollen die Vorzüge und Vorteile einer kritisch-politischen Phänomenologie gegenüber konstruktivistischen und normativen Theorien des Sozialen und Politischen diskutiert werden.
Die eingeladenen Referenten werden jeweils in einem Vortrag ihr Konzept einer kritischen und/oder politischen Phänomenologie entwickeln. Jeder Vortrag wird von einer Antwort begleitet und anschließend für eine öffentliche Diskussion geöffnet: Auf diese Weise wird die kritische und politische Phänomenologie „zur Debatte“ gestellt.
Moderiert von Thomas Bedorf (Hagen), Thiemo Breyer (Köln), Steffen Herrmann (Hagen) und Sophie Loidolt (Darmstadt)
Weitere Informationen sowie den Link zur Veranstaltung finden Sie hier.
Eingeladene Gäste
16.10.: Elisa Magrì (Boston College)
Describing the project of critical phenomenology: challenges and promises
Response: Vanessa Ossino (University of Cologne)
30.10.: Gail Weiss (George Washington University)
Curating Embodied Resistance Through Social Media: The Role of Virtual Audiences in the Fight for Social Justice
Response: Hannes Wendler (University of Cologne)
20.11.: Johanna Oksala (Loyola University Chicago)
A Critical Phenomenology of Climate Change
Response: Marcus Düwell (TU Darmstadt)
11.12.: Lanei Rodemeyer (Duquesne University)
Analyzing the ‘Critical’ in Phenomenology
Response: Gerhard Thonhauser (TU Darmstadt)
15.01.: Marieke Borren (OU Netherlands)
Understanding embodied agonistic politics. Perspectives from political and critical phenomenology
Response: Steffen Herrmann (FernUniversität Hagen)
05.02.: Neal DeRoo (ICS Canada)
The Case for a Phenomenological Politics
Response: Thomas Bedorf (FernUniversität Hagen)
Ringvorlesung WS 2019/2020 Öffentlichkeit und Erfahrung
Wir erleben gegenwärtig einen „Strukturwandel der Öffentlichkeit“, der die Habermas’sche Analyse einer massenmedial erzeugten Scheinöffentlichkeit überschritten hat. Im Zeitalter der sogenannten „sozialen Medien“ findet Kommunikation längst nicht mehr nur in eine Richtung statt, sondern spielt sich vielverzweigt in „Netzwerken“ ab. Dies ermöglicht neue Formen der Interaktion und Partizipation, aber ebenso der Manipulation, der personalisierten Informationsorganisation und letztlich der Isolierung in sogenannten „Filterblasen“. Die neuen Öffentlichkeiten und Gegenöffentlichkeiten sind zunehmend hybride Räume, in denen sich Öffentliches und Privates, Reales und Virtuelles, sowie ökonomische, soziale und politische Anliegen vermischen – und dies oftmals gleichzeitig.
Die Ringvorlesung soll einerseits prominente Öffentlichkeitstheorien des 20. Jahrhunderts (Hannah Arendt, John Dewey, Jürgen Habermas, Richard Sennett, Neil Postman etc.) einer Relektüre unterziehen und andererseits die Herausforderungen der Gegenwart thematisieren. Mit der Anspielung auf Oskar Negts und Alexander Kluges Buch „Öffentlichkeit und Erfahrung“ von 1972, soll ein Fokus auf den Erfahrungsbegriff in Zusammenhang mit öffentlichen Kontexten gelegt werden. Das soll einerseits ermöglichen, Öffentlichkeit konzeptionell und begrifflich wieder stärker als Erfahrungs- und Interaktionsraum zu fassen, in Ergänzung zu institutionen-, diskurs- und informationstheoretischen Konzeptionen. Andererseits sollen dadurch auch die materiellen, leiblichen, technologischen, diskursiven, politischen, ökonomischen, hegemonialen Bedingungen von Erfahrung und Erfahrbarkeit in den Blick kommen, die Öffentlichkeiten formen und Mechanismen von In- und Exklusion sein können.
Schließlich soll der Fokus auf „Öffentlichkeit und Erfahrung“ zu Fragen bezüglich Handeln, Fühlen und Wissen in klassischen und neuen öffentlichen Settings anregen: Wie werden Formen kollektiven Handelns erfahren und reflektiert angesichts potenziell unlimitierter Reichweite, die aber wiederum durch eine rigide Aufmerksamkeitsökonomie begrenzt wird? Welchen Einfluss auf die Meinungsbildung und welche Repräsentationskraft für das „öffentliche Interesse“ haben Öffentlichkeiten und Gegenöffentlichkeiten, die so schnell „viral“ werden wie sie auch wieder verschwinden? Wie erscheinen handelnde Personen in diesen Kontexten und wie wichtig ist direkte face-to-face Interaktion (noch immer)? Kann ein unverwechselbares „Wer-einer-ist“ in einer „Like“-Kultur überhaupt sichtbar werden oder handelt es sich nicht immer um Formen der verzerrenden Objektivierung und Kommerzialisierung? Wie formen digitale Umwelten epistemische Einstellungen (was können wir wissen und wie?), doxische Stellungnahmen (wie bilden wir uns Meinungen?) und strategische Praktiken (wie handeln und mobilisieren wir?)? Was sind Formen des Miteinander-Fühlens im Internet? Wie wichtig ist Vertrauen, wenn Wahrheit eine umkämpfte Domäne wird?
Dienstag, 17. Oktober // 18:15 Uhr // S313/215
Serkan Can Hatıpoğlu wird das Institut im Rahmen des Erasmus+ Programms für Lehrendenmobilittät besuchen. Herr Hatıpoğlu arbeitet an der Technischen Universität Eskişehir in der Türkei. Seine disziplinäre Anbindung ist derzeit in der Architektur, seine Arbeiten, unter anderem zu Leiblichkeit und Atmosphären in verschiedenen materiellen und digitalen Settings, sind aber für diverse philosophische Diskurse, gerade auch jenen, die wir hier in Darmstadt führen, in hohem Maße interessant.
Auf folgenden Seiten können Sie sich über seine Arbeiten informieren Researchgate Google Scholar Website
Er wird im Kolloquium von Prof. Loidolt und Prof. Gehring seine Arbeiten vorstellen. Wenn Sie Interesse haben daran teilzunehmen, kontaktieren Sie bitte Luis Basler.
Online Workshop, Feb 10th, 2023
What is the experience of law in war? Is it the absence, suspension, or silence of law in face of unknown violence and a constant state of exception? Or does law remain an experience of everydayness in human interaction and a promise against war?
In legal theory, the relation between law and war is a long-standing topic, as is the normativity of law, which asserts its own domain of “ought” against a domain of “being.” But if we consider law “not as an object of our knowledge or technical domination, but as something that happens to us in the world” (Satokhina), i.e., from a phenomenological point of view, the intertwined dimensions of validity and facticity manifest themselves in the experience and existence of human beings who live together, in peace and war.
The aim of the workshop is to describe, conceptualize, and analyze the structure and essence of these experiences in their “corporeal, liminal, concretely situated” (Stovba) and transcendent dimensions, between “world and worldlessness, infinity and totality, law and lawlessness” (Satokhina) and to ask how, from this phenomenological perspective, law relates to war.
The workshop is structured around two initial texts written by Ukrainian philosophers and phenomenologists of law, Nataliia Satokhina and Oleksiy Stovba. Both will present a short version of their texts to which the panelists will then reply with short inputs (10-15 mins), which is followed by panel discussion and open discussion. Both contributions and discussions aim to focus on how phenomenological tools, concepts and methods can help us up approach and better understand the phenomenon of law in war.
Participants
Nathalie Barbosa de la Cadena (Universidade Federal de Juiz de Fora, Brazil)
Nicolas De Warren (Penn State University, US)
Saulius Geniusas (Chinese University of Hong Kong, China)
Sophie Loidolt (TU Darmstadt, Germany)
Nataliia Satokhina (Yaroslav Mudryi National Law University, Kharkiv, Ukraine)
Tatiana Shchyttsova (European Humanities University, Vilnius)
Michael Staudigl (University of Vienna, Austria)
Oleksiy Stovba (National Aerospace University, Kharkiv Aviation Institute, Ukraine)
Program
14.00-14.05: Welcome and Opening (Sophie Loidolt)
Opening statements:
14.05-14.20: Nataliia Satokhina: “Phenomenology of Peace and War: Experience of Law and Experience of Lawlessness”
14.20-14.35: Oleksiy Stovba: “Is Law Possible during the War? Specificity of the Corporal Experience”
Responses from the panel and discussion I:
14.35-15.45
Nathalie Barbosa de la Cadena: “Phenomenology and Human Rights”
Nicolas De Warren
Saulius Geniusas
Responses from the panel and discussion II:
15.55-17.00
Sophie Loidolt
Tatiana Shchyttsova
Michael Staudigl
Workshop, July 4th, 2022
TU Darmstadt
10.00-11.10 Nayana Bibile (University of Sydney): Entanglement and Emergent Belonging in the Everyday: Towards a Phenomenology of Refuge
11.20-12.30 Ashika Singh (London, KU Leuven): Seeking Refuge, Making World(s) – Rethinking Home and Belonging with Hannah Arendt
13.30-14.40
Maria Robaszkiewicz (University of Paderborn): Migration as a Norm. Rethinking the Meaning of Migration Experience between Crisis and Utopia
14.50-16.00 Marieke Borren (Open University Netherlands): Who Owns the Street? Racializations of Belonging to Public Spaces
16.20-17.30 Sophie Loidolt (TU Darmstadt): Beauvoir and Arendt on the Ambiguities of Belonging
Organisation: Prof. Sophie Loidolt, Arbeitsbereich Praktische Philosophie
11. Februar 2020: Levinas-Tag und Abendvortrag mit Peter Zeillinger (Wien): „Das Unsagbare sagen – aber wie? Levinas’ Ringen um eine Sprache der Alterität“
Der Vortrag war der Abschluss eines „Levinas-Tags“, an dem Studierende aus Darmstadt und Kassel zentrale Themen aus Levinas’ Werken „Totalität und Unendlichkeit“ und „Jenseits des Seins“ präsentierten und diskutierten.
Peter Zeillinger arbeitet zu philosophischen und theologischen Grundfragen, insbesondere im zeitgenössischen Denken der französischen Gegenwartsphilosophie, des Poststrukturalismus und der Dekonstruktion (Derrida, Levinas, Badiou, Agamben, Foucault).
(Organisation: Sophie Loidolt, Sven Thomas, Lennart Goetsch)
17/18 Dezember 2018: Workshop „Being Through Law: Experiences and Structures of Rightlessness“, TU Darmstadt
5./6. Juli 2018: Workshop „Öffentlichkeit, Privatheit und Pluralität im digitalen Zeitalter“, TU Darmstadt
- Darmstädter Tage für Junge Phänomenologische Forschung 2025/26
Individuum und Gesellschaft. Methodische Grenzgänge. (wird in neuem Tab geöffnet)
- Online Lecture Series: Key Concepts of Political Phenomenology
- Darmstädter Tage für Junge Phänomenologische Forschung 2024/25
Natur • Wahrnehmung • Welt
- Online Lecture Series: Eco-Phenomenology
- Darmstädter Tage für Junge Phänomenologische Forschung 2024/25
1. Darmstädter Tage für junge phänomenologische Forschung (wird in neuem Tab geöffnet)
- Online Lecture Series: Eco-Phenomenology
Projekte:
Gefördert vom Zentrum für verantwortungsvolle Digitalisierung (Land Hessen), 11/22-12/23
Die Kommunikation zwischen dem Management börsennotierter Aktiengesellschaften und ihren Streubesitzaktionären ist seit Dekaden Gegenstand intensiver Corporate-Governance-Forschung. Selbstverständliche Prämisse war dabei bislang, dass Kleinaktionäre hohe Transaktionskosten und Kollektivhandlungsprobleme zu überwinden haben, um in Kommunikation mit ihrem Unternehmen eintreten zu können. Mit fortschreitender Digitalisierung beobachten wir einen Paradigmenwechsel hin zu schnellen, adaptiven und breit verfügbaren Kommunikationsmedien, von denen wir auch für die Unternehmenskommunikation radikale Veränderungen erwarten.
Ziel der interdisziplinären Projektgruppe ist die Herleitung normativer Handlungsempfehlungen auf Basis empirischer Befunde in diesem Bereich. Dazu wird der Stand der Forschung im Bereich der Rechtswissenschaften, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften aufgearbeitet und durch empirische Befunde mithilfe von informatischer und empirischer Forschung erweitert.
Interner Workshop: DigUKom: Methodenreflexion
Programm
09. Feb. 2023: 14-18Uhr
14:00 Uhr: Begrüßung
14:10 Uhr: Luis Basler, Prof. Dr. Sophie Loidolt, Technische Universität Darmstadt
„Normative“ und „Empirische“: Versuch einer methodischen Einordnung
14:30 Uhr: Prof. Dr. Florian Möslein, LL.M (London), Philipps-Universität
Marburg
Rechtswissenschaft zwischen Normativität und Empirie: Digitalisierung der Unternehmenskommunikation als Herausforderung
15:45 Uhr: Prof. Dr. Sophie Loidolt, Technische Universität Darmstadt
Phänomen, Datenlogik, normativer Anspruch? Multiple Rationalitäten im Begriffsnetz von digitaler Öffentlichkeit, Partizipation und Unternehmenskommunikation
16:30 Uhr: Prof. Dr. Oliver Hinz, Goethe-Universität Frankfurt am Main
‚Putting out the Fire‘ – An Empirical Analysis of Reaction Strategies to Firestorms in Online Social Networks
17:15 Uhr: Strukturierte Diskussion: Methodenreflexion
gemeinsam mit Philipp Schmidt 10/20-2/21
Gefördert durch den DFG-Sonderforschungsbereich 805 der TU Darmstadt und der Jungen Akademie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
In den vergangenen Jahrzehnten konnte die Leistungsfähigkeit und Komplexität von Maschinen deutlich weiterentwickelt werden. Maschinelles Lernen und neuronale Netzwerke ermöglichen verschiedenste Formen der künstlichen Intelligenz. Hierdurch bleiben mögliche Mensch-Maschinen-Interaktionen (MMI) nicht unberührt. Gerade der Umgang mit „smarten“ Maschinen kann den Eindruck für den Menschen entstehen lassen, er habe es mit einem menschenähnlichen, bewussten, denkenden und/oder handelnden Wesen zu tun, einem künstlicher alter ego. Wichtige Fragen erwachsen hieraus:
• Unter welchen Bedingungen wird die Interaktion mit Maschinen von Menschen als soziale Interaktion erlebt?
• Ist soziale Erfahrung auf Seiten des Menschen hinreichend, um von sozialer Interaktion zwischen Mensch und Maschine zu sprechen?
• Können Menschen und Maschinen Partner sein und wenn ja, welche Arten von Partnerschaften sind möglich?
Das Projekt widmete sich diesen Fragen aus einer philosophisch-phänomenologischen Perspektive. Zur philosophischen Hypothesengenerierung wurden im Ausgang des Projekts mehr als 10 qualitative Interviews mit ExpertInnen der TU Darmstadt im Bereich Ingenieurswissenschaften, Maschinelles Lernen, Kognitionswissenschaften und Robotik geführt.
Vorträge:
Schmidt, Philipp & Loidolt, Sophie: „Uncertainty and Trust in Human-Machine Interaction. A Case of Social Intentionality?”, 4. ICUME, TU Darmstadt, 7. Juni 2021.
Schmidt, Philipp: „Soziale Erfahrung? Embodiment und Gefühl in der Mensch-Maschinen- Interaktion“, Workshop Die Formen der Bio-Robotik (PDF-Datei) (wird in neuem Tab geöffnet), TU Darmstadt, 31. März 2022.
Publikationen:
Schmidt, Philipp & Loidolt (under review): „Interactions with Machines“
Schmidt, Philipp (forthcoming): „Soziale Erfahrung? Embodiment und Einfühlung in der Mensch-Maschinen-Interaktion“. In: M. Tamborini (Hrsg.): Formen der Bio-Robotik. Hamburg: Meiner.
Drittmittelprojekt“Personal Identity at the Crossroads: Phenomenological, Genealogical, and Hegelian Perspectives”. Förderung durch den tschechischen Wissenschaftsfonds (GAČR), 3 Jahre, Projektstart 2018, PI: Assoz.-Prof. Jakub Čapek (Karlsuniversität Prag)
- 12 Juni 2020: “Normative Frameworks of Personal Identity”, International Workshop, Faculty of Arts, Charles University
- 8./9. November 2020: „Phenomenology and Personal Identity II“, International Philosophical Conference, Charles University
- 24. Mai 2019: „The I that is We and the We that is I“, International Workshop, Faculty of Arts, Charles University
- 7./8. Juni 2018: „The Idem-Ipse-Distinction Revisited“, International Philosophical Colloquium, Faculty of Arts, Charles University
- 29./30. November 2018: „Personal Identity“, International Philosophical Conference, Faculty of Arts, Charles University